Infos und Empfehlung

Sponsoren

Router Kaskadierung

Unter einer Router Kaskadierung versteht man verbinden zweier Router miteinander um das eigene Netzwerk durch diese zu erweitern aber auch um dieses von einem anderen Netzwerk zu trennen. Bei der Kaskadierung wird in der Regel an Router als Main Router oder auch Gateway definiert, sprich dieser führt sämtliche administrativen Funktionen durch. Unter administrativen Funktionen ist zu verstehen das das Gateway die Einwahl zum Internet durchführt so wie auch die Daten zwischen Netzwerk und Internet prüft und entsprechend weiterleitet. Eine Router Kaskadierung macht Sinn wenn man vorhat 2 Netzwerke die aber voneinander getrennt sein sollen zu definieren*, oder im Endkundenbereich wenn man einen Kabelanbieter wie zum Beispiel KabelDeutschland oder Chello verwendet.

In letzten genannten fall verhält es sich so dass der Kabelanbieter seinen Kunden ein Kabelmodem oder Router zur Verfügung stellt, dieser in der Regel aber nur einen Rechner mit dem Internet Verbinden kann. Der Anschluss eines normalen DSL Gateways ist in diesem Fall nicht möglich, da dieses das Kabelsignal nicht erkennt und demzufolge auch keine Synchronisation zum DSL respektive Kabelnetz aufbauen kann. In diesem Fall ist der Benutzer also gezwungen einen normalen Router (Router ohne Modem oder Gateway wo das Modem deaktivierbar ist) hinter zuschalten. Die bekanntesten Anbieter sind hier Linksys, D-Link und Netgear. Aber auch bei einigen AVM Fritz Boxen besteht die Möglichkeit das Interne Modem auszuschalten. In den folgenden HowTo möchten wir das Vorgehen einer Router Kaskadierung Erleutern

*Anmerkung: Wir hatten eben im Text gesagt das eine Routerkaskadierung eingesetzt wird um Netzwerke voneinander zu trennen. Diese Aussage stimmt nicht ganz. Selbstverständlich ist es durch entsprechende Routingprotokolle (z.B. RIP oder RIP2) möglich auch in einem Kaskadierten Netzwerk auf gemeinsame Daten zuzugreifen. Es ist allerdings zu beachten das dies nicht das übliche Vorgehen ist und nicht alle Router entsprechende Routingprotokolle unterstützen.  

Router miteinander Kaskadieren

Um nun unseren Router mit einem anderen zu Kaskadieren sind folgende Punkte durchzuführen. Einzelne Punkte werden im folgenden erläutert die Liste dient erstmals nur als Checkliste.

  1. Mindestens 2 Router einer der die Internetverbindung realisiert und einer der hinter diesem geschalten werden soll. Bei Kabelanbietern 1 Router und entsprechendes Kabelmodem.
  2. Die richtige Verkabelung es muss eine LAN to WAN Verbindung hergestellt werden.
  3. Beide Router müssen in verschiedenen Subnetzen IP Bereichen liegen.
  4. Bei Kabelanbietern ist evtl. das Klonen der Mac Adresse erforderlich.
  5. Wan Port des Kaskadierenden Routers auf DHCP oder Static IP Setzen

Schritt 1. Prüfen der Technischen Mindestanforderungen

Wie wir bereits erwähnten ist für eine Router Kaskadierung der Einsatz von mind. 2 Router oder 1 Kabelmodem und ein Router erforderlich. Hierbei sind die Anforderungen für die Router eher gering, dennoch ist es der Fall das bei vielen Routern diese Grundlegenden Anforderungen nicht erfüllt werden.

Ein Beispiel des Hersteller Linksys by Cisco

Die Firma Links by Cisco differenziert in seiner Produktionsreihe Router und Gateways. Rein Technisch ist ein Router Lediglich ein Gerät das 2. Netzwerke voneinander trennt aber nicht in der Lage ist sich mit einem DSL Anschluss zu verbinden. Das bedeutet ein Router darf technisch gesehen kein Modem beinhalten. In diesem Fall gibt es die Gateways auch intelligentere Router genannt. Hierbei handelt es sich um ein Modem mit integrierten Router. Die Firma Linksys by Cisco hält sich an diese technischen Vorschriften. Aus diesem Grund ist es zum Beispiel nicht möglich ein Gateway wie zum Beispiel die WAG oder AG Reihe von  Linksys in einen reinen Routing betrieb zu setzen, da das Modem nicht zu deaktivieren geht. Dafür bietet Linksys by Cisco wiederum reine Router wie zum Beispiel die WRT, BEF oder RV Reihe an die als reine Router definiert sind aber auch keine eigene DSL Verbindung aufbauen können, da ein Modem nicht vorhanden ist.

Wiederum gibt es aber auch Hersteller wie zum Beispiel die Firma AVM bekannter unter den Produkten Fritz Box. Bei denen Gateways auch in einen reinen Router Betrieb oder Modembetrieb geschalten werden können.

Bevor Sie jetzt sagen na da ist doch eine Fritz Box besser als ein Linksys oder Umgekehrt sei gesagt die Entscheidung liegt bei Ihnen und den Einsatzgebiet. So wie auch im Preisleistungsverhältnis. Unsere Meinung dazu beide Varianten haben Ihre Vor- und Nachteile. Doch schlecht ist keine der Beiden Varianten.

Wir hoffen Ihnen mit diesem Beispiel aufzeigen zu können auf was Sie achten müssen. Es ist also wichtig das der zweite Router der also Kaskadieren soll kein Modem besitzt oder die Möglichkeit besteht das Modem zu deaktivieren und den WAN Port selbständig konfigurieren zu können. Bei den Voraussetzungen des ersten also vorgeschalteten Routers ist nichts weiter zu beachten. Da dieser selber nicht mitbekommt was auf der LAN Seite Passiert.

Schritt 2. Die richtige Verkabelung

Sehr häufig liest man in Foren oder auch in der Literatur das bei einer Router Kaskadierung Router eins mit Router zwei über einen LAN Port verbunden werden soll.  Diese Verkabelung entspricht aber eher einem Switch, da sämtliche Anfragen der User des Netzwerkes lediglich übers LAN übertragen werden. Eine Prüfung oder auch Routing findet in diesem Fall überhaupt nicht statt. Sollten Sie also vorhaben Ihre Router über LAN Ports zu verbinden kaufen Sie sich lieber einen Switch oder Hub diese sind sehr viel günstiger. Desweiteren ist zu beachten bei einem Kabelanschluss oder auch Kabel DSL Anschluss wird diese Verbindung nicht funktionieren.

Die richtige Verkabelung ist immer von LAN zum WAN. Das bedeutet das Netzwerkkabel des ersten Routers wird von einem LAN Port zum Beispiel Port 1 an den WAN (ggf. auch DSL) Port  angeschlossen. Der WAN Port ist in der Regel sehr einfach zu erkennen. Entweder wird er durch eine andere Farbe dargestellt oder es steht bereits WAN dran.

Wichtig: Router sind immer von LAN an WAN zu Verbinden!

Schritt 3: Lokale IP Adressen anpassen

Als nächstes ist die Konfiguration des WAN Ports an der Reihe. Zur Erklärung da wir eine der WAN (Wide Area Network) Port eines Routers ist vereinfacht ausgedrückt eine Schnittstelle der Netzwerke. Da ein Router im normalen Einsatz dazu gedacht gewesen ist Netzwerke verschiedener Topologien  miteinander zu  verbinden als Beispiel Ethernet und Token Ring. Aus diesem Grund ist es auch erforderlich das sich die WAN Seite immer von der LAN Seite unterscheidet um diese Trennung zu ermöglichen. Das Routing der Pakete übernimmt in diesem Fall die NAT des Routers. Wie Sie erkannt haben werden ist somit die Vergabe unterschiedlicher IP Adressen erforderlich. Folgendes Beispiel soll das Vorgehen verdeutlichen.

Router 1 ist in unseren Fall das Gateway, dieser führt die Einwahl zum Internet aus. Router 1 hat in unseren Beispiel die IP Adresse 192.168.1.1.

Router 2 soll unser Router sein der hinter Router 1 Kaskadiert werden soll. Dieser selber benutzt allerdings als eigene IP Adresse auch die 192.168.1.1.

Wie Sie sehen verwenden beide Router als lokale IP Adresse die selber, laut dem oben beschriebenen wird diese Verbindung also nicht funktionieren. Aus diesem Grund ändern wir die lokale Adresse von Router 2 auf 192.168.2.1

Beachten Sie nachdem Sie die IP Adresse Ihres Routers geändert haben werden Sie diesen nicht mehr erreichen. Starten Sie Ihren Router einfach neu und rufen Ihn nun über seine neue IP Adresse auf.

Hinweis:

Sollten Sie die IP Adresse Ihres ersten Routers nicht kennen oder ein Kabelmodem verwenden. Vergeben Sie an Router 2 einfach eine Lokale Adresse die kaum in Verwendung ist. Zum Beispiel 10.65.18.1 oder 178.16.198.1 etc. Die meisten Router verwenden Standard IP Adressen diese sind in der Regel 10.10.10.1, 192.168.1.1, 192.168.0.1 oder 192.168.178.1. Sie sehen es ist denkbar einfach sich eine IP Auszudenken.

Schritt 4. (Optional) Clonen der MAC Adresse

Dieser Schritt ist nur erforderlich wenn Sie einen Kabelanbieter haben und einen Router hinter Ihr Kabelmodem setzen wollen. Bei einigen Kabelanbietern ist das Klonen oder auch kopieren der MAC Adresse erforderlich. In diesem Fall ist es so dass Ihr Kabelanbieter Ihren Computer anhand der MAC Adresse in seinen Router einträgt. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten diesen Schutz entsprechend an Ihren Router anzupassen.

  1. Kabelmodem für mind. 30 min vom Strom abnehmen. Bei vielen Kabelanbieter ist der MAC Speicher des Clients nur Temporär. Hier reicht es wenn Sie Ihr Kabelmodem einfach für ca. 30 min vom Netznehmen und danach wieder einschalten. Das Modem speichert nun die MAC des Routers.
  2. Kabelanbieter anrufen. Eine einfache und auch effektive Möglichkeit ist der Kontakt zum Kabelanbieter. Diesen Teilen Sie einfach mit das Sie nun einen Router verwenden und geben Ihn die MAC Adresse Ihres Routers. Die MAC Adresse des Routers finden Sie in der Regel auf der Unterseite.
  3. MAC Adresse Kopieren. Einige Router bieten die Funktion des Klonens der MAC Adresse an. In diesem Fall übernimmt der Router einfach die MAC Adresse Ihres Clients und gibt sich somit als Ihr Rechner beim Kabelmodem aus. Prüfen Sie einfach Ihr Handbuch des Routers und suchen nach Stichpunkten wie kopieren der MAC Adresse oder MAC Adress Clone

Schritt 5: WAN Port konfigurieren

Als letztes müssen Sie nun nur noch den WAN Port Ihres zweiten Routers einstellen. Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten, entweder DHCP oder Statische IP.  Beide Varianten werden wir  nun Erleutern.

DHCP  ist die wohl an einfachsten zu konfigurierende Methode. Hierbei setzen Sie einfach den Internetverbindungstyp  in den Einstellungen Ihres Routers, wo Sie sonst Ihre Verbindungsdaten eingeben von PPPOE oder PPTP auf Automatischen Bezug oder auch DHCP. Damit sind dann auch die Einstellungen abgeschlossen. Sie sollten nun mit dem Gerät am 2. Router Online kommen.

Statische IP auf der WAN Seite ist etwas komplexer aber keinesfalls unmöglich. Die feste IP bietet sich an wenn Sie in Ihrem Netzwerk mittels RIP (Routingprotokollen) arbeiten wollen. Um auf unser Beispiel zurückzukommen. Unser Router 1 hatte die lokale IP 192.168.1.1 das bedeutet der WAN Port muss nun auch eine IP Aus diesem Bereich bekommen wir werden die 192.168.1.2 vergeben. Die Eintragungen einer statischen WAN IP verlaufen in folgenden Schritten

  1. Verbindungstyp auf Statische IP oder Static IP Setzen
  2. Als IP Adresse wird die 192.168.1.2 vergeben
  3. Subnetzmaske ist: 255.255.255.0
  4. Gateway und DNS sind 192.168.1.1

Speichern Sie nun Ihre Einstellungen. Auch hier sollte nun die Verbindung Funktionieren.  

Sie haben nun die Einstellungen für eine Router Kaskadierung erfolgreich abgeschlossen und können sich nun in aller Ruhe weiteren Einstellungen widmen. Wir hoffen Ihnen mit diesem Artikel geholfen zu haben.